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Tatort Henstedt-Ulzburg

Pressemitteilung: Plädoyers im Henstedt-Ulzburg Prozess beginnen

Am 11. Dezember 2023 geht der Henstedt-Ulzburg Prozess am Landgericht Kiel mit den Plädoyers der Nebenklage weiter.

Die vorangegangenen Zeugenvernehmungen haben gezeigt, die Behauptung des Täters Melvin S., er wäre in „Nothilfe“ in die betroffenen Antifaschist*innen gefahren, ist eine reine Schutzbehauptung. Keiner der Zeug*innen konnte einen Angriff glaubhaft darlegen. Vielmehr wurde deutlich, Melvin S. und seine Begleiter sind ganz bewusst zum Provozieren nach Henstedt-Ulzburg gefahren. Melvin S. nutzte die Gelegenheit und fuhr mit seinen tonnenschweren VW Amarok PickUp auf den Gehweg, um die vier Antifaschist*innen, mit der potentiell tödlichen Waffe eines Auto, anzugreifen. Im Prozess wurde deutlich, nur durch Glück wurde niemand getötet.

Weiter wurde ersichtlich der Täter hat bis heute keinerlei Bedauern und keine glaubwürdige Entschuldigung für die Betroffenen. Dieses untermauerte auch noch einmal seine Ex-Freundin bei ihrer Aussage. Noch schlimmer, sein Anwalt Jens Hummel, der in seinem Auftrag handelt, betreibt die gleiche Täter-Opfer-Umkehr, die von Melvin S. und der AfD verbreitet wird. Was auch noch einmal zeigt, Melvin S. hat bis heute keinen Abstand von seiner extrem rechten, menschenverachtenden Ideologie genommen.

Der Zeuge und Mitfahrer Julian R. outete sich als Befürworter der Tat. Er beschuldigte einen der Betroffenen, dass dieser einer der herbei fantasierten Angreifer sei. Des weiteren sterilisierte er Melvin S. zu einen Helden, indem er weiterhin behauptet, Melvin S. hätte richtig gehandelt.

Die Aussage des AfD-Funktionär Julian Flak zeigte, dass es ihm nur darum ging die Strukturen der Partei zu schützen und jegliche ideologische Mit-Verantwortung von sich zu weisen.

Sonja Petersen für das Bündnis Tatort Henstedt-Ulzburg:

„Es bleibt festzuhalten, dass Autos als Waffe, gerade auch bei Tätern aus der extremen Rechten, weder neu noch ein Phänomen ist, welches sich auf den europäischen Kontinent beschränkt. Neben Henstedt-Ulzburg gab es auch weitere Übergriffe mit Autos von AfD-Mitgliedern und Sympathisant*innen u.a. in Mülheim an der Ruhr, Köln und Leipzig. Für uns ist auch klar, wer wie Julian R. den Täter verherrlicht und schützt, trägt mindestens eine Mitschuld.“

„Wir sind froh das mit den Plädoyers der Prozess erst einmal vor einem Abschluss steht. Egal, was kommen mag, den vier Betroffenen stehen wir weiterhin zur Seite.“, so Hauke Sörensen für das Bündnis.

Als Kampagne wollen wir uns jetzt schon einmal bei allen unterstützer*innen bedanken! Wünschen den Betroffenen für den nächsten Prozesstag und das Urteil viel Kraft. Was auch kommen mag, mit dem kommenden Ende dieses Prozesses ist es nicht vorbei, die AfD muss immer noch raus aus dem Bürgerhaus in Henstedt-Ulzburg.

Unsere Waffe ist die Solidarität.